Fortsetzung der Grabung auf dem Sommerbrink -
Mitarbeit von niederländsichen und deutschen Ehrenamtlichen!


Das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege (NLD) hat vom 10. August bis 2. Septeber 2015 im fünften Jahr Grabungen an einer mittelalterliche Siedlung (800 - ca. 1150 n. Chr.) auf dem Sommerbrink bei Stüvenmühle/Visbek durchgeführt. Dieses Jahr wurden die Arbeiten insbesondere durch mehrere Freiwillige aus den Niederlanden unterstützt, die für diese Mitarbeit extra Urlaub genommen und Hotelzimmer in der Umgebung angemietet hatten.  Die Grabung wurde wieder von Grabungsleiter Michael Wesemann und Grabungstechniker Jürgen Schneider organisiert.

Seit November 2005 wurden auf dem Sandabbaugebiet Sommerbrink oberhalb der Stüvenmühle nach und nach die Reste einer mittelalterlichen Siedlung freigelegt, die auf das 9. bis 12. Jahrhundert datiert wurden. Auf dem mehr als 1 Hektar großen Areal konnten 59 Gebäudegrundrisse zum Vorschein, wobei das größte der 8 Langhäuser 32 m lang war. Dabei dürfte es sich um mindestens zwei Höfe gehandelt haben, die sich in Verlauf von 250 Jahren immer weiter entwickelten.
Interessant ist, dass es zu dieser Siedlung keinerlei Hinweise in alten Dokumenten und Karten gibt; sie ist, nachdem sie aufgegeben worden war, offenbar völlig in Vergessenheit geraten.
Das Sandabbaugebiet oberhalb der Stüvenmühle ist die flächenmäßig größte Ausgrabung mit mittelalterlichen Funden im Oldenburgischen, und der Fund hat eine große Bedeutung für die Region.

2009 war ein außergewöhnlicher Felssteinkeller gefunden worden, der 2010 nur zur Hälfte freigelegt werden konnte, weil die andere Hälfte unter dem nicht zur Grabung freigegebenen Acker bzw. einem Erdwall lag. (Foto links)

Der Bericht zur Grabung 2010
Literatur zu den ersten Grabungsabschnitten: J. Eckert, neu entdeckt – eine mittelalterliche Siedlung bei Visbek, Archäologie in Niedersachsen 10, 2007, 111-113

Die Grabung 2015
Der Steinkeller, um den es bei dieser Grabung vordringlich ging, war am Ende der Grabungskaqmpagne 2010 wieder mit Sand und Erde verfüllt worden, um ihn vor Wind und Wetter zu schützen. Außerdem lag ein großer Erdwall über dem noch nicht freigelegten Teil des Kellers. Diese Erdmassen mussten zuerst mit Baggern entfernt werden, bevor die archäologische Feinarbeit beginnen konnte.


Zuerst musste mit dem groen Bagger ein Erdwall und Ackerboden abgetragen werden.
 


Dann kam ein kleinerer Bagger zum Einsatz, um den größten Teil der Erde aus dem bereits bekannten Teil
des Kellers herauszuholen.


Niederländische Hobby-Archäologen bei der Feinarbeit.

 


einige Funde: Bruchstück eines Mahlsteins aus Eifelbasalt, schön verzierter Spinnwirtel, Scherben von Kugeltöpfen, eines der zahlreichen Eisenteile, die erst nach der Restaurierung identifiziert werden können.


keine archäologische Grabung ohne sorgfältige Vermessungsarbeiten


ein älteres Grubenhaus, das beim Bau des Steinkellers zerstört wurde


Der Kellereingang


die neu freigelegte Nordwestecke des Kellers


der komplette, freigelegte Steinkeller vom Sommerbrink

Fotos und Text: Bernd Rothmann

Artikel in der Oldenburgischen Volkszeitung, Vechta, vom 27.8.15
Artikel in der Sonntagszeitung, Landkreis Oldenburg, vom 19.9.15


Copyright: B. Rothmann V1, zuletzt geändert am  21.9.2015