Großflächige Absuche der Oberfläche
eines Fundplatzes aus der römischen Kaiserzeit bei Elsfleth

Im Rahmen einer geplanten Doktorarbeit sollte ein bekannter und an Fundstücken reicher Fundplatz aus der römischen Kaiserzeit bei Elsfleth systematisch abgesucht werden. Diese Aktion wurde vom Niedersächsisches Institut für historische Küstenforschung (NIhK) durchgeführt (Hauke Jöns, Abteilungsleiter Kulturwissenschaften, und Kai Mückenberger M.A., wissenschaftlicher Mitarbeiter), die die Arbeitsgemeinschaft Archäologische Denkmalpflege in Oldenburg um aktive Mithilfe gebeten hatten.

Der besagte Fundplatz war vermutlich  von der vorrömischen Eisenzeit bis in das 6. Jh. n. Chr. und dann wieder im Mittelalter besiedelt. Seit dem Ende der 1990er Jahre wurde er regelmäßig begangen, wobei ein herausragendes Fundinventar mit bis jetzt über 50 Fibeln, über 150 römischen Bronze- und Silbermünzen, weiteren Metallobjekten, Resten von Metallverarbeitung sowie römischer Keramik geborgen wurde. Sondagen haben gezeigt, dass dort eine Siedlung bestanden haben muss, in der Handel und Handwerk betrieben wurden. (weitere Informationen zum NihK und zum Fundplatz).

Für den 29.11.08 war ein umfangreiches Suchprogramm auf dem nördlichen Teil der Ackerfläche geplant, weshalb 28 AG-Mitglieder an diesem nasskalten Novembertag schon vor 9:00 Uhr morgens an besagter Stelle eintrafen.
Mitarbeiter des NIhK hatten am Vortrag schon ein 50 x 50 m großes Netz aus Seilen mit 25 Planquadraten ausgelegt, das im Laufe des Tages 7 mal verschoben wurde, so dass wir insgesamt 175 Planquadrate (fast 2 ha) systematisch absuchen konnten. Die Funde jedes Quadrates wurden in einem markierten Eimer gesammelt und mussten anschließend vom NIhK ausgewertet werden. Bei manch einem Quadrat war der Eimer übrigens sehr schnell gefüllt, so groß war die Funddichte.
Ziel unserer Suche waren Keramikscherben. Vor drei Wochen war die Fläche bereits systematisch von offiziellen Metallsondengängern abgesucht worden. So ist es wenig verwunderlich, dass wir zwar Unmengen an Scherben, aber kaum metallische Funde machen konnten.
Insgesamt wurden von unserer Gruppe ca. 6 Zentner Scherben und andere Artefakte gesammelt.



- die Eimer kommen... (oben)
- Einführung durch Herrn Mücken-
  berger (Fotos links mit Suchplan).


... dann sucht mal schön...


... da liegt doch was...

     



Umpacken der Funde aus den Eimern in Plastiktüten  
und -säcke. Da werden einige Damen und Herren  
noch eine Menge Arbeit mit dem Waschen,
Aussortieren und Katalogisieren der
gesammlten 6 Zentner haben...  

 

Eine kleine Auswahl   
unserer Funde:  
Scherben, Spinnwirtel,  
ein kleiner Hammer,  
eine Bronze-Fibel (links),  
 und und und...  
 
 







Mittagspause mit Erbsensuppe und Brötchen
im Nieselregen, wobei die Schirmkonstruktion
leider etwas improvisiert werden musste...

links: Dr. Eckert, der Leiter der AG schaut ganz verliebt auf seine wärmende Erbsensuppe


Auf Wiedersehen und vielen Dank...

Wer interesse hat, dieser Arbeitsgemeinschaft beizutreten, kann mich gerne ansprechen. Weitere Informationen zur AG auf www.archaeologieag-oldenburg.de

Text und alle Fotos: Dr. Bernd Rothmann


Copyright: B. Rothmann V1, zuletzt geändert am 20.11.11